Weber, C.M.v.: „Der Freischütz“ (UA 1821)

Carl Maria von Weber dirigiert zunächst mit einer Notenrolle. Später gebraucht er als einer der ersten Dirigenten einen Dirigierstab. Aber nicht deshalb ging er in die Musikgeschichte ein, sondern insbesondere wegen seiner Oper „Der Freischütz“, die den eigentlichen Ausgangspunkt einer eigenen deutschsprachigen Opernentwicklung darstellt. Die zauberhafte Geschichte erzählt vom jungen Schützen Max, der aus Liebe zu der schönen Agathe seine

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Wagner, R.: „Parsifal“ (UA 1882)

Das Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ ist ein „Werk der Zusammenfassung, des sammelnden und verknüpfenden Rückblicks“ (Carl Dahlhaus). Mit diesem christlichen Mysterium, einer Kulthandlung rein religiöser Haltung, das in der Verwandlung von Brot und Wein im Abendmahl gipfelt, verlässt Wagner das reale menschliche Drama, bringt sakrale Vorgänge auf die Opernbühne und verbindet Theater und Kirche. In seinem Text greift Wagner Wolfram von Eschenbachs

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Wagner, R.: „Die Meistersinger“ (UA 1868)

„Die Meistersinger von Nürnberg” sind von den insgesamt 11 Bühnenwerken Wagners sein einziges heiteres Musikdrama. Wagner ist auch Verfasser des im Vergleich zu anderen Opern sehr umfangreichen Textes. Es ist zudem das einzige Werk mit einem „irdischen“ Stoff. Auch in der Vielzahl der Ensembles sticht diese Oper unter den anderen Musikdramen besonders hervor. Hinter mittelalterlicher Idylle und einer Liebesgeschichte (in

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Wagner, R.: „Tristan und Isolde“ (UA 1865)

Die unendlichste aller Liebesgeschichten, gefasst in die unendlichste aller Melodien, erfunden von einem Meister, dem das Unendliche nie unendlich genug war: Sehnsucht, Liebe, Tod als ein immer wiederkehrender Kreislauf. Wir widmen diesem Meilenstein in der Opernliteratur eine besondere Einführung: Schließlich weist der berühmte Tristan-Akkord auf eine neue Ära kompositorischer Verfahrensweisen. Richard Wagner (1833-1883) griff die alte Tristan-Legende während eines Aufenthalts

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Ein musikalischer Streifzug durch die vier Jahreszeiten

Viele Komponisten haben sich von den Jahreszeiten beeindrucken lassen und uns wunderbare Kompositionen hinterlassen. Dazu gehören „Die vier Jahreszeiten“ von A. Vivaldi, in denen der „Rote Priester“ seinen Konzerten erstmals textliche Erläuterungen beifügt, die das Verständnis des Werkes wesentlich erleichtern. Auch P. Tschaikowsky besingt jeden Monat in einem Satz seiner „Jahreszeiten“ die Natur, wobei hier weniger die Naturschilderungen im Vordergrund

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Vivaldi, A.: „Die vier Jahreszeiten“ – Ein Gang durchs Leben

Erst 200 Jahre nach seinem Tod wurden die großartigen Kompositionen Vivaldis wiederentdeckt. Seine Zeitgenossen bewunderten den “Roten Priester”. Bachs Hochachtung war so groß, daß er mehrere seiner Werke für Orgel und Cembalo bearbeitete. Vivaldi ist der Vater des Solokonzerts, von denen er über 600 schrieb. Die “Vier Jahreszeiten” erhalten erstmals programmatische Erläuterungen. Wir werden uns dieses Werk genauer anhören, wobei

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Verdis „Messa da-Requiem“ (1874)

G. Verdi komponierte nur wenige geistliche Werke, von denen die „Messa da Requiem“  für Soli, Chor und Orchester zu den bedeutendsten italienischen kirchenmusikalischen Werken des 19. Jahrhunderts zählt. Das Requiem entstand im Gedenken an den hochgeschätzten Dichter Alessandro Manzoni und wurden am ersten Jahrestag dessen Todes (22. Mai 1874) uraufgeführt. Es lassen sich zahlreiche typischen gattungsgeschichtliche Entwicklungstendenzen aufzeigen, wie beispielsweise

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Verdis „Falstaff“: Wendepunkt und Abschied

Nach der tragischen Oper „Othello“ verabschiedet sich G. Verdi von seinem Publikum in der Komödie „Falstaff“ mit den Worten „Alles um uns ist Narrheit“ von seinem Publikum. Im Alter von fast 80 Jahren bringt er damit sein umfangreiches Opernschaffen zum Abschluss, nachdem er drei Jahre „mit Vergnügen“ daran gearbeitet hat. Die Uraufführung am 9. Februar 1893 in der Mailänder Scala

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Verdi, G.: Nicht nur ein Komponist!

Die Melodien aus den Opern dieses großen Komponisten Italiens wurden auf den Straßen gesungen und sind auch heute jedem Musikliebhaber “im Ohr”. Franz Werfel widmete Verdi in tiefer Bewunderung einen Romane. Der Komponist selbst äußerte einmal: “Ich will neue, schöne, große, abwechslungsreiche, kühne Stoffe. Kühn bis zum Äußersten, neu in der Form und bei allem gut komponierbar”! Wir werden erfahren

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Telemann, G. Ph.: „Don Quichotte-Suite“ (TWV 55:89)

G. Ph. Telemann (1681-1767) gilt als einer der größten „Maler“ seiner Zeit. Er wurde in Magdeburg geboren und wirkte 46 Jahre in Hamburg. Er war während der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts viel­leicht der bekannteste deutsche Meister. Gerühmt wurde besonders seine Vielseitigkeit. In verschie­denen Genres wirkte er über seine Zeit hinaus. Das gilt für seine Volkalmusik (Lied, Opern, Kanta­ten, Passionen)

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Strauss, R.: „Also sprach Zarathustra“ op. 30 (UA 1896)

„Als Zarathustra dreißig Jahre alt war, verließ er seine Heimat und den See seiner Heimat und ging in das Gebirge …“ Dieses Nietzsche-Zitat setzt der „Mitte-Dreißiger“ Strauss seiner großartigen Tondichtung voran, bevor er die Sonne mit einer der grandiosesten Einleitungen der Musikgeschichte  aufgehen lässt. Die kolossale Wirkung dieser Takte hat sich Kubrick in seinem Film „Odyssee im Weltraum“ 2001 zu

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Strauss, R.: „Salome“ op. 54

Vorlage dieser 1905 uraufgeführten Oper von Richard Strauss ist das Drama Salome des Iren Oscar Wilde (1854-1900). Dieser knüpft an die berühmte Herodias-Erzählung von Gustav Flauberts an. Schwerpunkt der Operneinführung ist das gezielte „Hörtraining”. Interessante Musikausschnitte der Oper werden erläutert und wiederholt gehört, so dass selbst der notenunkundige Opernliebhaber Feinheiten erkennt, denn in „Salome” entwickelt Strauss seinen Personalstil zu höchster

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Stilvergleich „Barock-Klassik“

Die Darstellung der Musikgeschichte erfordert Untergliederungen in sinnvoll unterscheidbare Abschnitte. Als „Barock“ bezeichnet man die Zeit von 1600 – 1750. Dann folgt die Klassik, die zwischen 1780 und 1910 ihren Höhepunkt erreicht. Wie jede Kunst trägt die Musik die Spuren ihrer Entstehungszeit in sich. Wir werden typische Merkmale und Unterschiede der jeweiligen Musikstile kennen lernen, um die Musikwerke beim Hören

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Smetana, B.: „Die Moldau“

B. Smetana hat einen entscheidenden Anteil an der Entstehung einer eigenständigen tschechischen Nationalmusik. Wem sind nicht die temperamentvollen Polkakompositionen bekannt, die Smetana in den Konzertsaal eingeführt hat? Wie Beethoven ereilte ihn das tragische Schicksal der Taubheit in den Jahren der künstlerischen Meisterschaft. Seinen großen Zyklus „Mein Vaterland“ konnte der Komponist selbst nicht mehr hören. Wir werden daraus „Die Moldau“ genauer

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Smetana, B.: „Mein Vaterland“ (1874-79)

Der im Zustand völliger Taubheit in den Jahren 1874-1879 komponierte sechsteilige Zyklus stellt eine Besonderheit in der tschechischen Konzertliteratur dar. Jeweils zwei sinfonische Dichtungen mit Bildern aus dem Leben, der Landschaft und der Geschichte des tschechischen Volkes ergänzen inhaltlich einander. Obwohl „Die Moldau“ und „Aus Böhmens Hain und Flur“ am häufigsten aufgeführt werden, sind auch die anderen Teile wie „Vyšehrad“,

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Smetana, B. (1824-1884) – Ein tragisches Künstlerleben

Es wurde zu einem Glücksfall für die tschechische Musik, dass mit Smetana ein Genie solcher Tragweite in ihre Entwicklung eingriff. Smetana suchte nach einem nationalen Stil. Dichtungen wie „Mein Vaterland” begründen eine neue sinfonische Musik. Wie Beethoven ereilte Smetana das Schicksal der Gehörlosigkeit in den Jahren der künstlerischen Meisterschaft.

Sibelius, J. (1865-1957) – Sinfoniker des Nordens

Jean Sibelius gilt nicht nur als einer der größten Komponisten Finnlands, sondern gehört unzweifelhaft auch zu den bedeutendsten Sinfonikern des Nordens. Neben den sieben Sinfonien sind besonders seine Tondichtungen berühmt, unter denen „Finlandia“ sogar in den Rang einer zweiten Natio­nalhymne erhoben wurde. Seine Liebe zur Natur und nordischen Mythologie singt aus allen seinen Werken, die auf einer großen Begabung, Begeisterung

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Schumann, C. (1819-1896) – Die Frau auf dem Geldschein

Zunächst als „Wunderkind“, später als international gefeierte Konzertpianistin gab sie 1.300 Konzerte, als Komponistin hinterließ sie 51 Werke. Wie war eine geschätzte Lehrerin und Kritikerin, achtfache Mutter und Herausgeberin der Gesamtausgabe von Robert Schumanns Werken. Diese hat sie als Interpretin maßgeblich in der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Wie haben sich Robert und Clara Schumann in ihrem künstlerischen Wirken gegenseitig beeinflusst? Wie

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Schumann, R. (1810-1856) – Klavier plus Liebe

Robert Schumann gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Komponisten der Romantik. Er hat bedeutende Klavierwerke und Lieder hinterlassen und stieß auch mit seinen Chor- und Orchesterkompositionen vielfach in musikalisches Neuland vor. Insbesondere die letzten Lebensjahre verbinden ihn mit der Stadt Düsseldorf.  Wir werden das Leben von Robert Schumann als Komponist, Musikschriftsteller, Ehemann, Vater  und Musikdirektor näher kennen lernen.

Schubert, F.: „Die Winterreise“ op. 89 (1827)

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh‘ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, die nicht nur zu den bedeutendsten Liederzyklen der Romantik gehört, sondern einen Höhepunkt der Gattung des Kunstliedes überhaupt darstellt. In 24 Liedern gelingt es Franz Schubert, den existentiellen Schmerz des Menschen in der Zeit der Restauration musikalisch zum Ausdruck zu bringen. Dem Zyklus liegt

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Schubert, F.: „Die schöne Müllerin“ op. 25 (1823)

In seinen mehr als 600 Liedern hat Franz Schubert Dichtung, Melodie und Begleitung auf eine vollkommene Art vereinigt. Der Liederzyklus „Die schöne Müllerin” gehört zu den zeitlosen Schätzen in der Musikgeschichte. Der Tod war nicht nur ein Thema, das den Komponisten stark beschäftigte, sondern zugleich eine Realität, die ihn bedrohte. Wie der Müllerbursche verließ Franz Schubert diese Welt viel zu

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Schubert, F.: „5. Sinfonie“ (1816)

Dieses Werk voll jugendlichen Überschwangs einer glücklichen Lebensphase bietet uns Gelegenheit eines eingehenderen „Hörtrainings“. Wir werden uns auf den Pfaden der Sonatenhauptsatzform in das dramatische Geschehen der „Sinfonie“ hineinhören, um diese Erfahrung auch auf andere Werke der Gattung im Konzertsaal übertragen zu können. Gleichzeitig werden wichtige Lebensabschnitte von Franz Schubert (1797-1828) und „Schuberts Wien“ näher beleuchtet.

Schumann, R.: „Album für die Jugend“ op. 68

Das seiner ältesten Tochter Marie zugedachte „Album für die Jugend“ op. 68 ist nicht nur ein künstlerisch, musikhistorisch und pädagogisch wertvolles Werk, sondern zugleich ein Zeugnis für das bürgerliche Selbstverständnis in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zur Entstehungszeit war das Album vom öffentlichen Konzertrepertoire ausgeschlossen, denn eine Gesamtaufführung aller darin enthaltenen 43 Stücke wäre um 1850 als absurd empfunden worden.

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Schostakowitsch, D. (1906-1975) – Der große Symphoniker des 20. Jahrhunderts

In vielen seiner 15 Sinfonien nimmt Schostakowitsch zu den politischen Verhältnissen seines Landes Stellung. Besonders die ironische Verfremdung entwickelt er zu einem herausragenden Stilmittel, das er auch in der Gattung des Streichquartetts oder in seinen Bühnenwerken (u.a. „Die Nase”) anwendet. Das Er­scheinen des von Stalin in Auftrag gegebenen Artikels „Chaos statt Musik” 1936 bewirkt ein­schneidende Veränderungen im Leben des Komponisten…

Die Operette -Lebenslauf einer 80-jährigen Dame

Nach all den Dramen ein bisschen frische Luft auf den Flügeln der Operette! Die Operette ist eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandene kleine heitere Oper mit Gesang, Tanz und gesprochenen Dialogen. Der Vater dieser Gattung heißt Jacques Offenbach (1819-1880), seine bedeutendste Operette ist „Orpheus in der Unterwelt“. In einem Überblick über die gesamte Entwicklung dieser Kunstgattung werden die

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Mussorgskij, M.: „Die Bilder einer Ausstellung“

Zu den bekanntesten Kompositionen von M. Mussorgskij gehören die „Bilder einer Ausstellung”. Das originale Klavierwerk entstand 1874 und bezieht sich auf Ausstellungsstücke und Skizzen des Malers, Architekten und langjährigen Freundes V. Hartmann. Weltbekannt wurde die Orchesterfassung von M. Ravel aus dem Jahr 1922. Im Vergleich dieser und weiterer Bearbeitungen setzen wir uns mit dem Phänomen der Klangfarbe auseinander. In der

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Macht Musik schlau?

Die Forschungen der letzten 20 Jahre kamen zu faszinierenden Ergebnissen hinsichtlich der Wirkungen des Musikhörens und Musizierens. Parallel gewann der Zweig der Begabungsforschung in der Musik größte Popularität mit einer bislang nicht dagewesenen Vielfalt an Themen und Veröffentlichungen. Einige Ergebnisse sind widersprüchlich, andere wurden überinterpretiert. Dennoch gibt es inzwischen eine Vielzahl gesicherter Erkenntnisse, die in übersichtlicher Form dargestellt werden.

„Musikalische Kinderspiele“

Im 19. Jahrhundert entstanden viele „musikalische Kinderspiele“. Komponisten wie Schumann, Bizet, Debussy, Fauré oder Ravel schilderten in kleinen Miniaturen Kinderspiele aus der Sicht der Erwachsenen. Zu den bekanntesten Kompositionen gehören Bizets „Jeux d’ Enfants“ oder „Kinderszenen“ von Robert Schumann. Letzterer bleibt mit dieser Sammlung „putziger Dinger“ nicht ohne Einfluss auf nachfolgende Kompositionen kindlicher Szenen und Spiele. Lassen Sie sich mit

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Musik des 19. Jahrhunderts

Obwohl das 19. Jahrhundert in der Musik als das Jahrhundert der Romantik gilt, bildet es doch mit der Klassik als Epoche eine Einheit und wächst bruchlos aus der Tonsprache, den Gattungen und der Harmonik der Klassik heraus. Die Betonung des gefühlvollen Ausdrucks verbunden mit einem verstärkten Subjektivismus dominieren. Die Musik wird oft mit außermusikalischen und literarischen Ideen in Verbindung gebracht.

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Musik des 15./16. Jahrhunderts

Dieser Zeitabschnitt – auch als Renaissance bezeichnet – gilt als „Wiedergeburt der Antike“, in der Wissenschaft, Philosophie, Literatur und Kunst Höchstleistungen erreichen. Es ist das Zeitalter vieler wissenschaftlicher Umwälzungen, politischer und religiöser Wirren mit der Reformation (M. Luther) und der Gegenreformation (Konzil zu Trient). Es ist aber auch die Zeit der niederländischen Vokalpolyphonie mit einem weiteren Musikzentrum in Norditalien (franko-flämische

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Musik des Mittelalters

Unter Mittelalter versteht man ungefähr das Jahrtausend der Völkerwanderung vom 4.-14./15. Jahrhundert. Viele Kriege führen zu blutigen Auseinandersetzungen, Hungersnöten und Umbrüchen, aber auch zu einem regen kulturellen Austausch mit geistig-kulturellen Wendepunkten und Gipfelleistungen, zu deren bedeutendsten die Entwicklung der Mehrstimmigkeit zählt. Man unterscheidet also einstimmige Musik (geistliche Psalmen, Gregorianischer Choral, weltliche Troubadoure, Minne- und Meistersinger) von ersten Formen der Mehrstimmigkeit

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Mozart, W.A.: Ein musikalischer Spaß – „Das Dorfmusikantensextett“ KV 522 (1787)

In diesem Divertimento macht sich der 31-jährige Mozart über pfuschende Dorfmusikanten mit falschen Noten und abscheulichen Klängen lustig. Besonders werden hier Hornisten und schlechte und unfähige Komponisten auf’s Korn genommen. Mozarts „Unterhaltungsmusik” geht weit über einen Gelegenheitsscherz hinaus, was zu Aberts Ausspruch führt: „Selten ist in der Musik so viel Geist aufgeboten worden, um geistlos zu erscheinen.” Was für das

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Mozart, W.A.: „Die Jupitersinfonie“ C-Dur KV 551 (1788)

Das Jahr zwischen den beiden großen Buffa-Opern „Die Hochzeit des Figaro“ und „Don Giovanni“ ist Mozarts zentralem Vermächtnis auf dem Gebiet der Sinfonie gewidmet. Das Jahr der „Drei Großen“ findet mit der C-Dur Sinfonie KV 551 seinen Höhepunkt und Abschluss. Deren 4. Satz ist ein musikgeschichtliches Beispiel dafür, dass der Finalsatz eines zyklischen Werkes den Kopfsatz an Bedeutung übertreffen kann.

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Mozart, W.A.: „Die Hochzeit des Figaro“ KV 492 (1786)

Mit „Le nozze de Figaro“ haben wir eine der drei bedeutendsten Opern vor uns, bei denen Mozart mit dem Librettisten Lorenzo da Ponte (1749-1838) zusammen gearbeitet hat. Da Ponte fand als Hoflibrettist beim Kaiser Joseph II. ein offenes Ohr für den subtilen Stoff, der heftige Angriffe auf den Adel und seine Privilegien enthielt. Mozart reizte die dramatische Dichte mit der

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Mozart, W.A. (1756-1791)

Wolfgang Amadeus Mozart hat in seinem kurzen Leben die größten Meisterwerke der Wiener Klassik hinter­lassen. Wir werden Mozarts Lebens­stationen verfolgen, in seine Werkstatt schauen und die wegweisenden Neuerungen in Kompositionen verschiedener Gattungen genauer betrachten. Dazu gehört die Kunst des Spiels mit den Charakteren in den Bühnenwerken ebenso wie die Ver­schmelzung von einfacher Volksliedmelodik mit anspruchsvollen Komposition­stechniken in seinen Instrumentalwerken.

Messiaen, O. (1908-1992)

Olivier Messiaen gehört zu bedeutendsten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Der Komponist, der sich zugleich als Ornithologe bezeichnete, bereiste nahezu alle Kontinente und notierte tausende Vogelstimmen, die seine Werke bevölkern. Insbesondere die Vogelgesänge in ihrer Vielfältigkeit sind für Messiaen eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Nahezu das gesamte Schaffen Olivier Messiaens ist eine klingende Verkündigung. Wir werden über Leben und Werk des französischen

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Mendelssohn-Hensel, F. (1805-1847)

Die um vier Jahre ältere Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy galt in ihrer Umgebung als ebenso begabt. Dennoch bezeichnete sich Fanny nicht offiziell als Komponistin, Dirigentin oder Berufsmusikerin. Ihre Fähigkeiten verwirklichte sie im Gegensatz zur öffentlichen Karriere ihres Bruders aus­schließlich im privaten Kreis. Unter den knapp 400 Kompositionen befinden sich beeindruckende Klavier- und Kammermusikwerke, Lieder für Singstimme und Klavier,  Chor-

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Mendelssohn-Bartholdy, F. (1809-1847)

Als Sohn einer Bankiersfamilie war F. Mendelssohn-Bartholdy weder arm noch unglücklich und genoss eine wahrhaft goldene Jugend – ungewöhnlich für einen Romantiker. Dennoch konnte er wie viele andere Komponisten der Romantik dem Schicksal eines frühen Todes nicht entgehen… Er hat als Komponist, Dirigent, Organist, Pianist, Lehrer und Musikorganisator das Musikleben Deutschlands in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts richtungweisend beeinflusst.

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Mahler, G.: „8. Sinfonie“ (1806)

„Ich habe soeben meine 8. vollendet. Es ist das Größte, was ich bis jetzt gemacht. Und so eigenartig in Inhalt und Form, dass sich darüber gar nicht schreiben läßt.“ So äußert sich G. Mahler 1806 im Jahr der Uraufführung. Zwei wichtige Quellen liegen dem ersten und zweiten Teil dieser „Sinfonie der Tausend“ zugrunde: Der Hymnus „Veni, creator spiritus“ (Maurus um

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Mahler, G.: „Schätze aus dem Komponierhäusl – 6. Sinfonie“

Die 6. Sinfonie (1903/04) nimmt in Mahlers sinfonischem Schaffen eine Sonderstellung ein und gibt dem Hörer manche Rätsel auf. Ungewöhnliche Tonsymbole kehren immer wieder: Herdenglocken, tiefe Röhrenglocken und sogar Hammerschläge. Wir werden mit dieser großartigen Sinfonie eine Ahnung von Mahlers Genie erhalten und uns parallel seiner Biographie zuwenden. Später bezeichnete der Komponist sie in Verbindung mit schicksalhaften Lebensumständen als die

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Mahler, G.: „Schätze aus dem Komponierhäusl – 5. Sinfonie“

G. Mahler (1860-1911) war ein Sommerkomponist, denn seine zeitraubenden Verpflichtungen als Dirigent ließen ihm während der Konzertsaison keine Zeit zum Komponieren. Es war in jenen Jahren der Widersprüche und Entwertung aller Werte für einen Künstler nicht immer einfach, volkstümlich, wahr und originell zu sein. In seinen zehn Sinfonien und dem ergreifenden Lied von der Erde zeichnet G. Mahler Bilder des

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Mahler, G.: „Schätze aus dem Komponierhäusl – 3. Sinfonie“

Ein Komponist macht zwar auch einmal Urlaub, aber weniger vom Komponieren. Viele haben in ihrer Tätigkeit so umfangreiche Aufgaben, dass dafür nur in den Ferien Zeit bleibt. Solch ein „Sommerkomponist“ war Gustav Mahler (1860-1911). In seinem kleinen Komponierhäusl entstanden epochemachende Sinfonien, die wie ein Weg der menschlichen Seele durch Zeit und Ewigkeit wichtige Lebensabschnitte zwischen Geburt und Tod darstellen. Seine

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Mahler, G.: „Schätze aus dem Komponierhäusl – 1. Sinfonie“

Schon die erste der zehn Sinfonien Gustav Mahlers (1860-1911) gilt als ein Meilenstein der Musikgeschichte. Das dem Werk bei der Uraufführung 1889 zugrunde liegende „Programm“ wurde vom Komponisten später wieder zurückgezogen. Auffallend an der Sinfonie sind vor allem die weit in die Zukunft weisende Klangfarbengestaltung und die Verwendung trivialer Floskeln wie „Bruder Jakob“ oder Heurigenmusik. Der Vortrag umfasst neben dem

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Mahler, G. (1860-1911)

Gustav Mahler gehört zu den bedeutendsten Komponisten der Jahrhundertwende und gilt als ein wichtiger Wegbereiter der neueren Musikentwicklung des 20. Jahrhunderts. Mit seinen 10 Sinfonien setzt er die österreichische Tradition in dieser Gattung fort. Die Einbeziehung einfacher liedhafter Elemente, trivialer Themen, Humor und Parodie charakterisieren sein Schaffen ebenso wie eine in der programmatischen Gestaltung angestrebte Einfachheit und Verständlichkeit. Mit Solisten

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Liszt, F. (1811-1886)

F. Liszt gilt als eines der größten Genies des 19. Jahrhunderts. Neben seiner einzigartigen pianistischen Technik war die geistige und künstlerische Interpretation der Werke Quelle tiefster Bewunderung. Auch als Dirigent erregte Liszt durch seine ungewöhnliche Ausstrahlung großes Aufsehen. Er begründete die „Neudeutsche Schule” und verwirklichte damit eine neuartige Kunstauffassung. Letztlich ist sein uferloses Schaffen als Komponist rein mengenmäßig nur wenig

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Lehár, F.: „Die lustige Witwe“ (1905)

„Die lustige Witwe“ von F. Lehár (1870-1948) erlebte im gleichen Jahr wie „Salome“ von R. Strauss ihre Uraufführung. Was beiden Werken gemeinsam ist, könnte man als „enthemmte Sinnlichkeit“ bezeichnen. „Die lustige Witwe“ als eines der größten Operettenerfolge innerhalb der Unterhaltungskultur der „leichten Muse“. Im Vortrag werden gesellschaftliche Hintergründe und die musikalischen „Konstruktionsgeheimnisse“, die den Welterfolg begründen, heraus gestellt und auf

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„Hörnerklang und Jagdgesang“

Im 18. Jahrhundert wurde dem Horn der Weg zum Konzertinstrument gewiesen. Die Mischung der alten Jagdtradition mit der neuen Kunstmusik macht den Reiz vieler Hornkonzerte dieser Zeit aus. Wie kam es zur „Begegnung“ von Jägern und Orchestermusikern? Im Jahr 1753 hatte Anton Joseph Hampel aus Böhmen die geniale Idee, die Stürze des Horns einfach so umzudrehen, dass der Spieler seine

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Haydn’s Sinfonien: „Von Bären und Hennen“

Viele der mehr als 100 Sinfonien, die Joseph Haydn komponierte, erhielten vom Publikum nach dem Tod des Komponisten Bezeichnungen, die sich auf charakteristische Eigenarten der jeweiligen Werke beziehen. Die Sinfonie Nr. 82 verdankt ihren Namen „Der Bär“ den gewichtigen Bassschritten im Finale, während die Sinfonie Nr. 83 wegen der gackernden Oboentöne im ersten Satz als „Die Henne“ in die Musikgeschichte

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Haydn, J.: „Die Jahreszeiten“ (1801) – Ein Gang durch’s Leben

Die einzelnen Lebensabschnitte des Menschen sind ein Spiegelbild der Jahreszeiten in der Natur. Das Aufblühen der Jugend entspricht dem Frühling. Im Erwachsenenalter reift die Saat. Die Farbenpracht des Sommers ist mit der Vielfalt der Eindrücke in diesem Lebensabschnitt vergleichbar. Wenn die Kinder das Elternhaus verlassen, naht die Zeit der Ernte. Alle Mühe und Kraft der Erziehung wird in der Reife

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Haydn, J.: „Die Schöpfung“ (1798)

Während seiner ersten London-Reisen erlebte Joseph Haydn bedeutende Händel-Konzerte und staunte über die große Popularität von Händels englischsprachigen Oratorien. Dabei reifte in ihm der Gedanke, etwas Ähnliches in deutscher Sprache zu schaffen. Aus England brachte er ein ursprünglich für Händel geschriebenes Textbuch mit nach Wien. Der Wiener Diplomat Baron Gottfried van Swieten richtete den Text in enger Zusammenarbeit mit Haydn

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Haydn, J. (1732-1809)

Der Komponist Franz Joseph Haydn (1732-1809) war zu Lebzeiten hoch geehrt, stand jedoch in seiner historischen Bedeutung lange im Schatten Mozarts und Beethovens, bevor er als Wegbereiter dieser Meister erkannt wurde. Seine musikhistorischen Leistungen bestehen in der vollgültigen Herausbildung der klassischen Sinfonie und des Streichquartetts als Synthese mannigfaltiger Vorläufererscheinungen. Er hatte zudem großen Sinn für Humor. Wir werden das Leben

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Händel, G.F.: „Der Messias“ (1741)

Seit über 250 Jahren erfreut sich dieses Oratorium von Georg Friedrich Händel ungebrochener Beliebtheit. Die 1741 in nur 24 Tagen niedergeschriebene Partitur (Libretto: Charles Jennens) erfuhr viele Bearbeitungen. Innerhalb der grundlegenden Werkbetrachtung werden verschiedene Fassungen einander gegenübergestellt, darunter Händels eigene Findelhaus-Fassung von 1754 und die Bearbeitung Mozarts, in der dieser insbesondere eigenständige Bläserstimmen einarbeitet. 

Händel, G.F. (1685-1759)

Zu Lebzeiten wurde der in Halle/Saale geborene G. F. Händel als der große englische Nationalkomponist angesehen. Sein ungeheuer reiches Schaffen umfasst beinahe alle zu seiner Zeit gepflegten Genre: Opern, Orchester- und Kammermusikwerke, Kantaten und insbesondere Oratorien, in denen er die deutsche und englische Chortradition mit der Dramatik der Oper vereint. Wie er selbst äußerte, wollte er die Menschen mit seiner

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Grieg, E. (1843-1907): „Vitamine für jeden Tag“

Von Edvard Grieg sagt man, er sei der Komponist, der Norwegen auf die Weltkarte gesetzt habe. Grieg hat einen entscheidenden Anteil im Bestreben nach einer eigen­ständigen nationalen Kultur. Seine große Leistung besteht darin, eine Brücke zwi­schen norwegischer Volks- und Kunstmusik geschlagen zu haben. Schon mit weni­gen Takten zeigt er seine Visitenkarte: die auffallende Vorliebe für modale Skalen und eine von

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Grieg, E.: „Die Peer Gynt Suiten“

Die Bühnen- und Orchestermusik (auch in Klavierfassungen) zu Henrik Ibsens Schauspiel Peer Gynt gehört zu den meistgespielten Werken Griegs (1875). Grieg vereinte acht von insgesamt 26 Sätzen zu zwei Suiten für Orchester. Suite Nr. 1 op. 46 (1888): Morgenstimmung, Aases Tod, Anitras Tanz, In der Halle des Bergkönigs; Suite Nr. 2 op. 55 (1892): Der Brautraub, Ingrids Klage, Arabischer Tanz,

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Der Folklorismus

Immer schon sind Volkslied und -tanz wichtige Quellen, auf die unsere Kunstmusik zurückgreift. Ein neues Stadium nach der wissenschaftlichen Erforschung des Volksliedes in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird um 1900 erreicht, als wissenschaftlich interessierte Komponisten sich selbst auf Forschungsreisen begeben und systematisch das Volksliedgut ihrer Heimat sammeln. Die Folklore findet rückwirkend ihren Niederschlag im eigenen Schaffen und wirkt

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Dvorák, A. (1841-1904)

Antonin Dvorák gehört zu den bedeutendsten tschechischen Komponisten. Er hat neben B. Smetana besonders auf den Gebieten der Sinfonik und der Kammermusik die Grundlagen für die Entstehung einer nationalen tschechischen Musik geschaffen. Seine Werke durchzieht eine ursprüngliche reiche Melodik, aus der ein unverfälschtes Musikantentum spricht. Trotz seiner vielen Erfolge und weltweiter Anerkennung blieb Dvorák ein einfacher Mensch, der sich in

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Dukas, P.: „Der Zauberlehrling“ (1897)

Im Balladenjahr 1797 schrieb Johann Wolfgang von Goethe seinen berühmten „Zauberlehrling“. Genau 100 Jahre später komponierte der Franzose Paul Dukas (1865-1935) dazu eine Sinfonische Dichtung, die wie die Ballade ihren Siegeszug um die Welt antrat. Wir werden diesem Zauberlehrling genau auf die Finger schauen und uns gemeinsam in das Reich der musikalischen Magie begeben.

Die Sonatenform oder „Wie höre ich eine Sinfonie?“

Seit dem 18. Jahrhundert gehört die Sonate zu den wichtigsten Formen, vornehmlich denen der Wiener Klassik. Wie funktioniert die Sonatenform, anderen Vollendung Haydn, Mozart und Beethoven einen entscheidenden Anteil haben? Wir werden erleben, wie spannend es sein kann, dieses musikalische „Drama“ zu verstehen.

Die Entwicklung der Sinfonie

Es ist interessant, die heut im großen Konzertsaal ständig auf dem Programm stehende Gattung einmal systematisch unter die Lupe zu nehmen. Wir werden die Sinfonie von ihrer Entstehung in der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verfolgen und verstehen, was uns die großen Vertreter von Haydn bis Schostakowitsch zu sagen haben. Das Wort „Sinfonie“ kommt aus

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Debussy, C. (1862-1918)

In seinen kompositorischen Verfahrensweisen ging Claude Debussy in vielerlei Hinsicht neue Wege und hatte einen großen Einfluss auf die Musik der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Wie die Maler des Impressionismus darauf abzielten, den augenblicklichen Eindruck eines Geschehens oder Zustands mit den Einflüssen von Licht und Luft wiederzugeben, gestaltete auch Debussy Farben in der Musik, indem er Akkorde und Harmoniefolgen

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Brahms, J.: „Violinkonzert D-Dur op. 77“ (1878)

Dieses Konzert, das an Bedeutung mit den Violinkonzerten Beethovens und Mendelssohn-Bartholdy’s vergleichbar ist, hat im Repertoire der besten Virtuosen als „drittes Werk im Bunde“ seinen festen Platz. Es ist dem Freund Joseph Joachim gewidmet, dessen technische Ratschläge dem Komponisten sehr wichtig waren. Mit Ausnahme der Solokadenz, die er von Joachim übernahm, hielt Brahms allerdings an seiner Konzeption fest. Dieser werden

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Brahms, J.: „Ein deutsches Requiem“ op. 45 (1868)

Johannes Brahms (1833-1897) brachte das „Deutsche Requiem” im Alter von nur 35 Jahren zur Uraufführung (1868). Der Tod des Freundes Robert Schumann 1856 und der Tod der eigenen Mutter neun Jahre später haben die Entstehung des Werkes nicht unwesentlich beeinflusst. Brahms verwendet nicht wie üblich die lateinischen Texte, sondern löst sich ganz aus der Tradition, indem er selbst Bibelstellen des

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Berlioz, H.: „Harold en Italie“ op. 16

Es gab drei Umstände, die zur Entstehung der zweiten Sinfonie „Harold en Italie“ von H. Berlioz (1803-1869) beigetragen haben. Das waren seine Italienreise,  Lord Byrons Gesänge zu Childe Harolds Pilgerfahrt nach Italien sowie Anregungen des „Teufelsgeigers“ Paganini. Zum ersten Mal steht die bis dahin solistisch stiefmütterlich behandelte Viola als Soloinstrument im Mittelpunkt. Als der einsame Held „Herold“ wandert sie durch

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Berlioz, H.: „Die Fantastische Symphonie op. 14 – Opium und Hexensabbat“

Warum würdigen wir den Komponisten Hector Berlioz noch heute? Seine „Fantastische Sinfonie“ aus dem Jahr 1830 ist ein epochemachendes Werk. Berlioz gibt erstmals die klassische Form der Sinfonie auf, um ein Geschehen zu erzählen. Ein junger Musiker (Berlioz selbst?) will sich aus verzweifelter Liebe mit Opium vergiften. Glücklicherweise ist die Dosis zu gering. Dafür wird er von dämonischen Visionen heimgesucht.

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Brahms, J.: „Brahm’s Weg von der Bierschenke auf’s internationale Konzertpodium“

Johannes Brahms (1833-1897) hat als junger Mann in Hamburg sein Geld damit verdient, in Kneipen und Vergnügungslokalen Klavier zu spielen. Von dem erspielten Geld kaufte er sich seine ersten Noten und Lehrbücher. Wir verfolgen seinen Lebensweg von der Kinder- und Jugendzeit in ärmlichen Hamburger Verhältnissen über die Entdeckung des genialen Jünglings durch Robert Schumann bis hin zu seinen Wiener Meisterjahren.

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Bizet, G.: „Carmen“

Bizets Meisterwerk ist unzweifelhaft die Oper „Carmen”. Das französische Publikum zeigte bei der Uraufführung jedoch zunächst wenig Begeisterung. Bizet – völlig am Boden zerstört – erliegt drei Monate nach der Premiere seinem Krankenleiden und kann den bis heute unvermindert andauernden Welterfolg dieser Oper nicht mehr erleben. Neben Carmen schrieb Bizet auch andere bedeutende Werke, auf die wir neben biographischen Erläuterungen

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Berg, A.: „Wozzeck“ (1925)

In Anlehnung an die literarische Vorlage „Woyzeck“ von Georg Büchner wurde Alban Bergs Oper „Wozzeck“ – ein Hauptwerk des musikalischen Expressionismus – 1925 uraufgeführt. Der Soldat Wozzeck entdeckt, dass seine Geliebte ihn mit dem Tambourmajor betrügt. Er erdolcht sie und ertränkt sich in einem Teich. Wir werden uns der Beziehung von Text und Musik zuwenden und die Tonsprache Alban Bergs

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Bartók, B.: „Klavierkonzert Nr. 1“ (1926)

Wie D. Schostakowitsch schwankte B. Bartók (1881-1945) zwischen seinen Berufungen als Pianist und Komponist. So nehmen Bartóks Klavierkompositionen eine Sonderstellung in seinem Schaffen ein, weil er sie für den eigenen Vortrag komponierte. Er konnte sich auf seine virtuosen Fähigkeiten auch in technisch anspruchsvollen Partien verlassen. Grundlage und Ausgangspunkt des musikalischen Gedankens im 1. Klavierkonzert bildet die Repetition eines Klanges, aus

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Bartók, B.: „Wie machen Komponisten Urlaub?“

Béla Bartók (1881-1945) gehört zu den großen Doppelbegabungen des 20. Jahrhunderts. Er war nicht nur Komponist und Pianist, sondern sammelte als Musikethnologe mehr als 10.000 Volkslieder ungarischen, kroatischen, serbischen, türkischen, bulgarischen und sogar afrikanischen Ursprungs. Motive dieser Volkslieder und -tänze prägen seinen Kompositionsstil und die musikalische Entwicklung seiner Zeit ganz entscheidend. Anhand ausgewählter Werke, wie z.B. seinem „Divertimento“, das 14

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Die Musik nach 1900 – „Auf den Spuren ungleicher Zeitgenossen“

Musik und Musikleben nach 1900 sind extrem vielfältig und durch eine Kluft zwischen autonomer Tonkunst und volkstümlicher, alltäglicher Musik gekennzeichnet. Die Tonkunst als „Reich des Geistes“ unterliegt einem unbedingten Fortschrittsgebot, was zu extremen Überschneidungen von Stilbereichen führt und letztlich in der Atonalität mündet. Der letzte große Komponist österreichisch-deutscher Tradition, der um die Jahrhundertwende den Mittelpunkt seines Schaffens in das Sinfonische

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Schönberg, A.: „Der Aufstand der Töne“ (Die zweite Wiener Schule)

Arnold Schönberg (1874-1951) leitete einen der größten Umbrüche in der modernen Musikgeschichte ein, indem er ein völlig neues Tonsystem schuf. Sie erhalten einen Überblick zu Leben und Werk dieses bedeutenden Komponisten. Die Einführung möchte gleichzeitig eine Orientierung in der Musik des 20.Jahrhunderts geben.

Berührungen zwischen Musik und Bildender Kunst

Obwohl die Musik primär eine Zeitkunst ist, deren Form auf der Klangorganisation beruht, und die Malerei insbesondere eine auf Farborganisation begründete Raumkunst darstellt, existieren zahlreichen Berührungspunkte mit zum Teil tiefgehenden Gemeinsamkeiten beider Künste. Es gibt viele Werke sowohl in der Bildenden Kunst als auch in der Musik, deren Themen und Ordnungsprinzipien ästhetische Vorstellungen ihrer Entstehungszeit erkennen lassen. Eine vergleichende Betrachtung

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Beethoven, L.v.: „4. Sinfonie op. 60“

Diese Sinfonie steht nicht gerade im Vordergrund des allgemeinen Publikumsinteresses. Sie entstand im Jahr 1806 und fällt in eine glückliche Schaffensperiode. Beethoven soll in jener Zeit heiter, lebenslustig und frohsinnig gewesen sein. Diese liebenswerten Züge finden ihren Niederschlag auch in dem im gleichen Jahr entstandenen Violinkonzert. Wir werden uns der 4. Sinfonie mit einem „Hörtraining“ nähern. Im Mittelpunkt des 1.

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Beethoven, L.v.: „6. Sinfonie op. 68 – Frühlingserwachen auf dem Lande

Die „Pastorale“ entstand parallel zur dramatischen 5. Sinfonie und wurde mit dieser gemeinsam am 22. Dezember 1808 uraufgeführt. Sie repräsentiert die neue Entdeckung der Natur. Ausnahmsweise entschied sich der Meister für Satzüberschriften zu den 5 einzelnen Szenen, warnte jedoch vor einer zu pedantischen Ausdeutung. Die wichtige Anmerkung, die Musik sei „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“ findet sich über der

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Beethoven, L.v.: „Sinfonie Nr. 7“ op. 92

In tieferem Sinne ist dieses Werk aus dem Jahr 1812 ein künstlerischer Beitrag des Patrioten Beethoven zur Nationalen Volkserhebung der Befreiungskriege, die mit dem Überfall Napoleons auf Russland in ihr entscheidendes Stadium gelangt waren. Die Sinfonie wurde nach den vernichtenden Niederlagen der napoleonischen Armeen in Russland und in der Schlacht bei Leipzig erstmals im Dezember 1813 zu einem Wohltätigkeitskonzert zugunsten

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Beethovens „Fidelio“

… Leonore verkleidet sich als Kerkermeister Fidelio, um ihren Mann Florestan zu retten, der zu Unrecht eingesperrt ist… Eine Woche nach dem Einzug der Napoleonischen Truppen in Wien wurde Beethovens Oper „Fidelio“ am 20. November 1805 uraufgeführt. Das Opernhaus war voll von französischem Militär. Lag es am Publikum, dass die Oper durchfiel? Auch der zweite Anlauf gut ein Jahr danach

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Beethovens „Diabelli-Variationen“ op. 120

Die Diabelli-Variationen von Ludwig van Beethoven (1770-1827) gehören zu den größten Variationswerken der Klavierliteratur. Die 33 Veränderungen über einen Walzer von Antonio Diabelli op. 120 entstanden trotz völliger Taubheit zwischen 1819/23. Der Wiener Komponist und Verleger hatte eine Reihe berühmter Komponisten aufgefordert, je eine Variation über seinen harmlosen Walzer zu schreiben. Beethoven überzog nicht nur den gesetzten Termin, er schrieb

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Cage, John: „Musikalischer Nonsens?“

Mit seinen mehr als 350 musikalischen und audiovisuellen Werken, zahlreichen Texten, Zeichnungen, Gemälden, Hörspielen und Filmen, einer unüberschaubaren Anzahl von Briefen und aufgezeichneten Gesprächen avanciert der US-amerikanische Komponist John Cage zu den bedeutendsten Vordenkern der zeitgenössischen Musik. Er stellte sämtliche musikalischen Parameter auf den Prüfstand und löste eine breite ästhetische Diskussion über Stille, Zufall und den Werkbegriff überhaupt aus. Mit

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Chopin, F. : „Eine Liebe auf Mallorca“

Am 1. März vor über 200 Jahren wurde Fryderyk Chopin in der polnischen Ortschaft Zelazowa Wola geboren. Chopin hat ausschließlich für das Klavier komponiert. Seine Meisterwerke sind für die Klavierwelt von äußerst nachhaltiger Wirkung. In seinen Sonaten, Etüden, Nocturnes, Polonaisen, Walzern, Impromptus u.a. entwickelte er einen neuartigen Klavierstil. Ein Höhepunkt seiner fast zehnjährigen Verbindung mit der französischen Schriftstellerin George Sand

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Strauss, R.: „Salome” op. 54

Vorlage dieser 1905 uraufgeführten Oper von Richard Strauss ist das Drama Salome des Iren Oscar Wilde (1854-1900) Dieser knüpft an die berühmte Herodias-Erzählung von Gustav Flauberts an. Schwerpunkt der Operneinführung ist das gezielte „Hörtraining”. Interessante Musikausschnitte der Oper werden erläutert und wiederholt gehört, so dass selbst der notenunkundige Opernliebhaber Feinheiten erkennt, denn in „Salome” entwickelt Strauss seinen Personalstil zu höchster

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Bach, Wilhelm Friedemann

Zweifellos hielt Johann Sebastian Bach seinen ältesten in erster Ehe mit Maria Barbara in Weimar geborenen Sohn Wilhelm Friedemann (1710-1784) für den begabtesten. Allerdings hat dieser die Hoffnungen des Vaters nicht erfüllt. Nach einem wenig erfolgreichen Start in Dresden ging W. F. Bach an die Liebfrauenkirche nach Halle. Diese kompositorisch erfolgreichsten Jahre ließen ihn als „Hallenser Bach“ in die Musikgeschichte

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Bach, Johann Sebastian (1685-1750)

J. S. Bach fasst als einer der bedeutendsten Komponisten des Barockzeitalters die jahrhundertealte abendländische Musikentwicklung zusammen. Seine musikalische Größe besteht in der einmaligen Ausschöpfung überlieferter Formen. Mit einer bis dahin unbekannten Vertiefung des Emotionalen geht er über seine Zeit weit hinaus. Die einzigartige Vermenschlichung des religiösen Stoffes ist es auch, die uns an seinen Kantaten und Passionen bis heute so

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Bach, Carl Philipp Emanuel (1714-1788)

„Versuch über die wahre Art das Klavier zu spielen“ … dieses Lehrwerk schrieb im Jahr 1753 der zweitälteste Sohn J.S. Bachs, das Originalgenie zwischen Barock und Klassik, einer der bedeutendsten Vertreter des Sturm und Drang. Zu Lebzeiten verehrt, hochgeschätzt und von vielen Meistern wie Reichardt, Mozart, Haydn, Beethoven studiert – heute zu Unrecht vergessen. Wir nehmen den 300. Geburtstag zum

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Bach, J.S, „Jauchzet, frohlocket!“ Das Weihnachtsoratorium

Die geschlossene Aufführung gleich mehrerer der 6 Kantaten des Weihnachtsoratoriums wäre zu Bachs Lebzeiten undenkbar gewesen. Heute ist dies eine beliebte und sich jährlich wiederholende Praxis. Das Weihnachtsoratorium ist Bachs volkstümlichstes Werk, in dem er die vertraute Weihnachtsgeschichte und viele Weihnachtslieder bearbeitet. Interessant ist, dass fast alle Arien und Chöre parodiert, d.h. aus früheren Werken übernommen und mit einem anderen

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Bach, J.S., „Die Matthäus-Passion”

Johann Sebastian Bachs Passionsmusik diente ursprünglich der Bereicherung des Vespergottesdienstes am Karfreitag. Heute kommt die Matthäus-Passion auch konzertant jährlich zur Aufführung. Eine Besonderheit des Werkes ist die doppel­chörige Anlage. Die Dramatik, bildhafte Textausdeutung, Schönheit vieler Rezitati­ve, Arien und schlichter Choralsätze sorgen für ein Konzertereignis ersten Ranges. Das wiederholte Hören ausgewählter Stellen und dazugehörige Hintergrundinfor­mationen sollen ein intensiveres Miterleben ermöglichen.

Bach, J.S; „Die Goldberg-Variationen“

Sie leiden hoffentlich nicht an Schlafstörungen wie der Auftraggeber dieses großartigen Werkes, Graf von Keyserling aus Dresden. Die Pianist Johann Theophilus Goldberg musste vor des Grafen Schlafgemach bei leicht geöffneter Tür Bachs Variationen spielen. Die Klaviermusik kennt nur wenige Gegenstücke zu diesem Gipfelwerk der Variationskunst. Auf Wunsch kann dieser Vortrag auch als Gespächskonzert mit einem Pianisten durchgeführt werden.